VIVAT HOLLANDIA - Zur Geschichte der Schweizer in holländischen Diensten 1740 - 1795

Jürg A. Meier

VIVAT HOLLANDIA - Zur Geschichte der Schweizer in holländischen Diensten 1740 - 1795

Griffwaffen und Uniformen 

Gebundene Ausgabe: 150 Seiten, Größe: 33 x 25,4 x 2,5 cm

 

Schweizerische Gesellschaft für Militärhistorische Studienreisen GMS, Heft 29. - Bedeutende Monographie zu Ausrüstung und Bewaffnung der Schweizer Truppen in holländischen Diensten, mit detaillierter Beschreibung v.a. von Säbelmodellen. - Die fremden Kriegsdienste von Schweizern in Holland sind generell eher spärlich und dispers, d.h. tendenziell wenig zugänglich dokumentiert. Im Gegensatz zu den französischen Diensten wird den "weiteren Engagements der Schweizer, z.B. in den Generalstaaten, Spanien, Habsburg-Österreich, Neapel, Sardinien-Piemont" generell weniger Aufmerksamkeit zuteil, was u.a. auf die wesentlich längere und intensivere und damit auch quantitativ wesentlich bedeutendere Tradition der Soldabkommen (sog. Kapitulationen) mit Frankreich zurückzuführen ist. "Die Geschichte und die Bedeutung der Schweizer Truppen in Frankreich unterscheiden sich nicht nur was die gesamthafte Dauer der Dienste anbetrifft von denjenigen in Holland; unterschiedlich waren vor allem die Beweggründe, welche die Kantone zur Entsendung von Truppen nach Frankreich oder Holland bewogen. Es waren die reformierten Orte, die seit jeher mit Holland Kontakte aller Art pflegten und die als Reaktion auf die Aggressionspolitik Ludwigs XIV. 1693 den Generalstaaten erstmals die offizielle Werbung von Schweizer Truppen erlaubten. Die von 1693 bis 1795 angeworbenen Soldaten stammten vor allem aus den Gebieten von Bern, Zürich und Graubünden sowie noch anderen kleineren reformierten Orten und Städten." (p. 11 f.; vgl. dazu auch die systematische Aufstellung der Kapitulationen mit Holland von 1676-1814, in: HBLS 4, 1927, Lemma 'Kapitulationen', p. 448). - "Der französische König unterhielt bei weitem die meisten Schweizer Söldner; 1678, am Ende des französisch-holländischen Krieges, kämpften sieben Regimenter und 40 freie Kompanien für ihn, was einem theoretischen Mannschaftsbestand von 25'000 Mann entsprach. Daneben standen auch mehr und mehr schweizerische Soldaten im Dienst anderer Länder. So schlossen die katholischen Kantone bis zum Ende des 18. Jahrhunderts viele Kapitulationen mit Spanien, während die Reformierten neben Frankreich für die Vereinigten Niederlande kämpften." (etc. Ph. Henri, Lemma 'Fremde Dienste', 2.2 Die Hauptetappen der Entwicklung, in: HLS). - Vgl. zu diesem Thema u.a. auch M. v. Wattenwyl, Die Schweizer in fremden Kriegsdiensten. Ein Rückblick auf die Militärkapitulationen. SD Bern [1930]; W. Pfister, Aargauer in fremden Kriegsdiensten. Bd. 2, Die bernischen Regimenter und Gardekompanien in den Niederlanden 1701-1796. Aarau 1984. P. de Valliere räumt in seinem Standardwerk 'Treue und Ehre, Geschichte der Schweizer in fremden Diensten' (2. Aufl., Lausanne 1940) den ausserfranzösischen Diensten nur wenig Platz ein; s. dazu auch die noch sehr spärliche Literaturliste bei R. Feller, Bündnisse u. Söldnerdienst 1515-1798. In: Feldmann/Wirz, Hsg., Schweizer Kriegsgeschichte. Heft 6, Bern 1916, p. 53 f.). -- Jürg A. Meier, Historiker (Universität Zürich), Spezialgebiet: Historische Waffenkunde; seit 1975 selbständiger Experte für antike Waffen und Militaria, Autor zahlreicher Publikationen zur Waffenkunde und anderen militärhistorischen Themen. -- ISBN 978-3-033-01673-6